Jun
18
2016

Das Präsidium sagt NEIN zum Breitensport.

Der VfL Osnabrück e.V. ist vielleicht der einzige Verein in Deutschland, der zwar eine Fußballabteilung, aber keine aktive Herrenmannschaft hat. Nachdem sowohl die erste, die U-23 und auch die Mannschaften der A- und B-Jugend im Zuge der Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung mit in die VfL Osnabrück GmbH & Co KG aA überführt wurden, gibt es beim VfL Osnabrück e.V. keine aktive Fußballmannschaft im Herrenbereich mehr.

Amateurfußball als Schlüssel zum Vereinsleben

Diesen Zustand wollten einige engagierte Fans ändern und eine dritte Mannschaft ins Leben rufen. Durch die bei der Ausgliederung erfolgte Trennung von Leistungs- und Breitensport sind die Vorraussetzungen geschaffen, dass man sich dort auch nicht in die Quere kommt. Das funktioniert sogar bei Vereinen, die immer noch vollständig als eingetragener Verein aktiv sind. Beim FC St. Pauli beispielsweise gibt es allein 8 Herren- und 4 Seniorenmannschaften. In anderen Verein gern gesehen und als Bereicherung des Vereinslebens wahrgenommen und gefördert, wird es bei unserem Verein strikt abgelehnt.

Gründe für Ablehnung an den Haaren herbeigezogen

Die Begründung einer solchen Ablehnung an die Initiatoren kam per E-Mail durch Uwe Brunn – stellvertretend für das Präsidium. Zwei Tage vor einem dafür angesetzten gemeinsamen Termin. Es wundert nicht, dass man diese als fadenscheinig bezeichnen kann. Sie stützt sich auf drei Aussagen:

  1. “Die gesamte sportliche Leitung setzt auf eine starke professionelle Ausrichtung der Fußballabteilung des VfL von 1899, daher sehen wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Möglichkeit für die Inbetriebnahme einer 3. Mannschaft.“

Unsere Meinung dazu: Bei der sportlichen Leitung handelt es sich um Angestellte der VfL Osnabrück GmbH & Co KG aA. Es ist gut, dass Sie die professionelle Ausrichtung der GmbH vorantreiben will. Dafür werden sie bezahlt. Das ist in unser aller Interesse. Inwiefern eine selbstverwaltete 3. Mannschaft finanzielle und personelle Ressourcen bindet, erschließt sich uns nicht. Selbst die Traditionsmannschaft des VfL – ein Aushängeschild des Vereins in der Region – organisiert sich selbst und muss ihre Ausrüstung aus der eigenen Tasche bezahlen. Das wäre bei der dritten Mannschaft nicht anders.

  1. “Wir setzen voll auf die 100 % ige Förderung der jungen Spieler und auf deren fußballerische Ausbildung im Nachwuchsleistungszentrum.”

Unsere Meinung dazu: Finden wir prima und lobenswert. Eine dritte Mannschaft steht dem nicht im Wege.

  1. “Weiterhin bestehen z. Zt. keinerlei Kapazitäten an der Illoshöhe, einige Jugendmannschaften müssen teilweise auf andere Plätze ausweichen.”

Unsere Meinung dazu: Auch hier findet man eine Lösung. Die Illoshöhe ist Trainingsgelände der Mannschaften der GmbH und muss nicht zwingend Trainingsgelände der dritten Mannschaft sein. Die Initiative eine Heimat für die dritte Mannschaft zu finden, sollte man den Initiatoren überlassen. Möglichkeiten gibt es im Stadtgebiet genug.

Die wahren Gründe liegen woanders und sind persönlicher Natur

Was uns nachdenklich macht ist, dass – nachdem das Thema über ein Jahr zur Entscheidung vorliegt – die Ablehnung gerade jetzt erfolgt und wieder einmal unnötigerweise ein weiterer Nebenkriegsschauplatz aufgemacht wird. Und zwar zu einem Zeitpunkt in dem das Präsidium wegen zahlreicher Verfehlungen gegenüber Mitgliedern und Fans unter teilweise heftiger Kritik steht. Präsidiales Verhalten sieht unserer Meinung nach anders aus. Da liegt eher die Vermutung nahe, dass man lediglich die beleidigte Leberwurst gibt.

Was will man damit erreichen? Will man seine Macht ausspielen und zeigen, dass man am längeren Hebel sitzt? Ist diese Ablehnung einfach als Retourkutsche zu begreifen, weil man jegliche Kritik in der jüngeren Vergangenheit als Majestätsbeleidigung ansieht? Und was kommt als nächstes? Wird der Gymnastik- und Tischtennisabteilung empfohlen sich einen anderen Verein zu suchen, weil deren sportliche Aktivität nicht der professionellen Ausrichtung der Fußballabteilung entspricht?

Düstere Aussichten für ein vernünftiges Miteinander

Im schwelenden Konflikt zwischen Fans und Verein wird weiterhin unnötigerweise Öl ins Feuer gegossen, statt sich für eine lebendiges und aktives Vereinsleben zu engagieren. Entspricht das dem Auftrag des Präsidiums? Wir denken nein. Breitensport hat auch eine soziale Funktion. Die spielt beim VfL leider immer weniger eine Rolle. Da kann Herr Queckenstedt sich noch so oft als Botschafter des VfL auf den verschiedensten Veranstaltungen sonnen und sich in blumigen Worten üben. Die Wahrheit liegt leider wieder mal auf dem Platz.

Der Ehrenrat als zahnloser Tiger und Erfüllungsgehilfe des Präsidiums.

Das Thema liegt jetzt – auf Initiative der Initiatoren – seit Anfang Juni beim Ehrenrat. Leider entschuldigt sich Uwe Brunn bis Mitte Juni in den Urlaub, so dass das Thema auf die zweite Junihälfte vertagt werden muss. Also nach der Meldefrist für die neue Mannschaft. Für die Spieler bedeutet das, dass sie ein weiteres Jahr darauf warten müssen in Lila und Weiss aufzulaufen. Für die engagierten Mitglieder ein weiterer Nackenschlag im Bemühen den Verein zu einem besseren Ort zu machen und der Stadt Osnabrück und seinen Bürgern – nach all dem finanziellen Engagement –  wenigstens einen kleinen Teil in Form von sozialem Engagement zurückzugeben. Man fragt sich unwillkürlich: Warum eigentlich? Und man fragt sich konkret warum der Verein drei Präsidiumsmitglieder hat, wenn nicht einer die Zeit findet einen solchen Termin wahrzunehmen?

3 Kommentare + neuer Kommentar

  • Jede/r, die/der diesen Beitrag liest, kann sicher einen kurzen Kommentar schreiben, damit der NfdV weiß, wie viele Personen dies gelesen haben – wäre sicher hilfreich für die, die sich so viel Gedanken um unseren Verein machen.
    Ich kann diese Ablehnung bei einem Verein, der sich Familienfreundlichkeit auf die Fahne schreibt, nur als ein unbedachtes Vorgehen deuten, denn sollten die Vermutungen der Initiatoren berechtigt sein – welch trauriges Handeln unseres Vorstandes, und so unnötig wie nur was!

  • Ich lese regelmäßig die Beiträge hier auf der Seite und finde es gut, dass diese Dinge nicht stillschweigend untergehen. Das Präsidium hält sich anscheinend nicht an die versprochene Fannähe und Arbeit FÜR den Verein. Der NFDV sollte allerdings nicht nur zur Attacke blasen, sondern diese Dinge konstruktiv auf der nächsten JHV darlegen. Vielen Mitglieder bekommen die Problematik leider sonst nicht mit.

    NFDV!

    • Björn- NfdV und auch andere kritische Mitglieder legen auch auf diversen Veranstaltungen- auch auf der JHV – regelmäßig den Finger in die Wunde und sprechen die Dinge klar an. Mit dem Ergebnis, das man beschimpft wird, als jemand, der ja gegen alles sei, als Unruhestifter und Nestbeschmutzer. Leider wollen viele nicht hören, was nicht sein kann, weil es nicht sein darf. Wenn man sich mal die Chronik der NfdV-Seite durchsieht, dann hat man eigentlich mit fast allem im Nachblick richtig gelegen. Die breite Unterstützung bleibt bis heute leider aus.

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