Apr
7
2016

Die Wahrheit macht leider Arbeit.

Wie bekannt, fand am 7. März ein Treffen zwischen dem Präsidium und Fanvertretern statt, das einen aus vielerlei Gründen unerfreulichen Verlauf nahm. Trotz allem vereinbarte man an diesem 7. März als nächsten Austauschtermin den 31. März. Am 16. März wurde auf der NfdV-Homepage zum Treffen ein kritischer Bericht veröffentlicht.

Sippenhaft – Präsidium bricht einen etablierten Dialog mit den Fans ab.

Am 30.März abends – also einen Tag vor dem lange anberaumten Treffen! – bekam dann die Fanabteilung des VfL vom Präsidenten Herrn Queckenstedt eine Mail mit folgendem Wortlaut:

„Wir hatten beim Treffen zwischen Vertretern der Fanszene und dem
VfL-Präsidium am 7. März vereinbart, den gemeinsamen Austausch am 31. März
fortzusetzen. Angesichts der zwischenzeitlichen Entwicklung, so etwa der
Berichterstattung auf der Internet-Seite des NfdV, sieht das Präsidium
keine weitere hinreichende Basis für diesen Termin. Diskussionsbedürftige
Sachthemen sollten künftig innerhalb der jeweiligen Zuständigkeiten
bilateral erörtert werden.”

Das Präsidium scheint also kein Problem damit zu haben, von der Position des Beleidigenden in die Position des Beleidigten zu wechseln. So macht man das Opfer zum Täter, in guter, alter VfL-Tradition sozusagen. Aber warum ist man nun eigentlich beleidigt und zieht sich offenbar in den Schmollwinkel zurück? Ganz einfach: Ein runder Tisch – das wurde spätestens beim Treffen vom 7.März deutlich – ist von Seiten des Präsidiums gar nicht ernsthaft gewünscht. Ein weiterer Rückschritt im Dialog mit den Fans. Zu allem Überfluss wird damit auch das Vermächtnis von Christoph Ehrenberg, der den “Runden Tisch” seinerzeit als feste Institution etablierte, mit Füßen getreten. Wer darüber hinaus noch glaubt, dass solche Entgleisungen gegenüber den Fans “intern” bleiben, der ist nicht nur naiv, sondern hat auch den Sinn einer solchen Veranstaltung nicht verstanden. Ein Verein ist kein elitärer Zirkel, sondern eine Gemeinschaft unter Gleichen und die Menschen, die mit am Tisch sitzen, stehen nur stellvertretend für hunderte andere Menschen, denen der Verein am Herzen liegt. Und die haben nach einem solchen Treffen natürlich auch die berechtigte Frage: “Wie war es?”

Spalten statt Vereinen – erschreckende Ahnungslosigkeit, wenn es um die Zusammensetzung und Ausrichtung der Fangruppen geht.

Lieber versucht man Keile zwischen einzelne Fangruppierungen zu treiben. Dass man glaubt, dem NfdV dabei mal wieder den Schwarze Peter zuschieben zu können, macht es dem Präsidium umso leichter. Gefangen in dieser Schwarz-Weiss Logik vergessen die Herren des Präsidiums leider, dass sich die Fans nicht so einfach in Lager spalten lassen, weil diese Lager in der Regel über Schnittmengen verfügen. So gibt es im NfdV Ultras, in der Fanabteilung NfdV´ler, in beiden Gruppen „Normalos“. Es gibt die Ultras in verschiedensten Ausprägungen, die Fanabteilung, den FCV mit seinen zahlreichen Fanclubs, das Fanprojekt oder die Brigade Nord. Um nur mal einen kleinen Auschnitt aus der vielfältigen Fanszene zu nennen. Sie alle leisten ihren wertvollen Beitrag, der den Verein zu dem macht was er ist: Zu unserem Verein. Deswegen unsere Frage an die Vereinsführung: Wen wollt ihr von zukünftigen Gesprächen ausschließen und zu bilateralen Gesprächen einladen? Und vor allem: Warum wollt ihr überhaupt ausschließen? Wenn der VfL seine Fans und Mitglieder weiterhin nur als Kunden, Ja-Sager und Geldgeber versteht, wird er sich – parallel zum “modernen Fußball” – zu einer seelenlosen Hülle entwickeln.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Das trifft aktuell dann wohl mal wieder auf den NfdV zu. So wird es offenbar als Unverschämtheit empfunden, wenn man seit 2 Jahren auf die nicht satzungsgemäße Besetzung des Aufsichtsrats hinweist. Oder wenn man endlich eine Antwort auf die Frage erwartet, wie das Präsidium auf die Idee kommen konnte, zwei für e.V.-Vertreter vorgesehene Aufsichtsratsplätze für Sponsoren bzw. Investoren freizuhalten. Wir empfinden es eher als Unverschämtheit, wenn mit Mitgliederrechten geschachert wird, um die Gläubiger gnädig zu stimmen.

Und nun, nachdem dieses traurige Vorhaben durch den angenommenen Mitgliedsantrag der letzten JHV verhindert wurde, versucht das Präsidium des e.V. – von dem man glauben sollte, es hätte ein Interesse daran, Mitgliederrechte zu stärken – diesen Mitgliederwillen möglichst lang auszusitzen. Wäre die Aufgabe eines von den Mitgliedern gewählten Präsidiums nicht eher, ihn zeitnah umzusetzen, damit die Mitglieder endlich – wie vorgesehen – von drei statt einem Vertreter im Aufsichtsrat vertreten würden?

So gefährdet das Präsidium den Zusammenhalt im Verein.

Daran scheint das Präsidium aber überhaupt nicht interessiert zu sein. Über die Gründe und wessen Interessen das Präsidium wirklich vertritt, kann man also trefflich spekulieren. Den Zusammenhalt im Verein fördert es auf diese Art und Weise jedenfalls nicht. Ganz im Gegenteil. In Zeiten, in denen der Geschäftsführer auf dem Absprung und die Marketingabteilung im Umbruch ist, sollte man die Reihen schließen und nicht noch weitere Unruhe in den Verein bringen. Es werden sicherlich noch Zeiten kommen, in denen man jede helfende Hand benötigt. Deswegen sollte das Präsidium die nötige Zeit, großes Interesse und vor allen Dingen auch die nötige Empathie für die Fans und Mitglieder aufbringen. Dass das Potenzial riesig ist, zeigt nicht zuletzt auch wieder der von den aktiven Fans organisierte VfL-Express nach Erfurt.

Miteinander und nicht übereinander reden.

Es bleibt also spannend. Und der NfdV wird sich auch in Zukunft nicht den Mund verbieten lassen, wenn wir das Gefühl haben, dass etwas in die falsche Richtung läuft oder wir denken, dass etwas verbessert werden kann. Die Wahrheit muß auch beim VfL weiterhin gesagt werden dürfen. Auf persönliche Beleidigungen oder persönliches Beleidigtsein können wir dagegen gerne verzichten. Miteinander auf Augenhöhe reden, könnte ein erster Schritt sein. Dazu sind wir von NfdV auch weiterhin jederzeit bereit. Den Dialog kurzfristig absagen ist leider ein großer Schritt zurück.

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  • Ich habe nach längerer Abwesenheit mal wieder den Weg auf eure Seite gefunden und bedanke mich für die guten Artikel und eure Beharrlichkeit. Ich bin momentan mit der Kurs der Vereinsspitze überhaupt nicht einverstanden und bin unter diesen Umständen nicht bereit, mein Crowdfunding-Anteil zu verlängern. Als Fan fragt man sich natürlich was man tun kann, um, trotz des Ärgers über die Verantwortlichen, dem Verein nach den vielen gemeinsamen Jahren nicht den Rücken zu kehren. Bis heute hatte ich darauf keine zufriedenstellende Antwort gefunden. Nach dem Lesen der Artikel könnte ein Eintritt in die Fanabteilung ein guter Weg sein.

    NFDV

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