Mrz
16
2016

Der nicht gewünschte Dialog

Wir alle erinnern uns an den viel diskutierten Auswahlprozess für die Präsidiumswahl im letzten Jahr. Der Wahlausschuss präsentierte den Mitgliedern eine Auswahl von drei Personen aus den zwölf eingegangenen Bewerbungen. Begründet wurde dies mit einem den Mitgliedern nicht zuzumutendem Wahlprozesses, mit der Gefahr eines nicht harmonisierenden Präsidiums und mit der Begründung alle Strömungen im Verein zu berücksichtigen. Interessanterweise wurde da auch die Stadt und der Landkreis genannt, die zwar als Gläubiger Interessen innerhalb der Tochtergesellschaften haben, die aber teilweise konträr zu den Interessen des e.V. stehen. Aufgabe des Präsidiums dagegen sollte es sein die Interessen des e.V. bestmöglich zu vertreten. Dass ein von den Gläubigern mitbestimmtes Präsidium bei den Verhandlungen zum Sanierungspaket die Ideallösung rausgeholt hat, darf deswegen bezweifelt werden.

Beim nachträglich in dieses “Konsenspräsidium” gewählten Herrn Heise fand schon kein Wettbewerb mehr statt. Nicht zuletzt deswegen, weil Kandidaten von Teilen des Präsidiums auf drastische Art und Weise dazu aufgefordert wurden die Kandidatur zurückzuziehen. Welche Art von Konsens nun mit den anderen Abteilungen angestrebt wird, wurde nun im Rahmen des nach langer Zeit mal wieder einberufenen Dialogs mit der Fanabteilung deutlich. Dass es hier Redebedarf gibt, sollte spätestens nach dem Spiel gegen Magdeburg klar sein.

Statt sich über einen Austausch mit den Fans und die Dialogbereitschaft zu freuen, entsteht leider auf Seiten der Fans der Eindruck, dass dieser Dialog als quälende Pflichtveranstaltung empfunden wird. Oder wie interpretiert man es, wenn es augenscheinlich seitens des Präsidiums zum guten Ton gehört, sich erst einmal über die mangelnde Zeit und die hohe Belastung zu beklagen. Da stellt man sich natürlich die Frage, ob diese Aussagen auch bei den gerne wahrgenommenen Presseterminen fallen, bei denen kein Gegenwind zu erwarten ist und bei denen sich die Beteiligten vielleicht sogar eher über den ein oder anderen Spieler gefreut hätten.

Grundsätzlich zeigt sich aber auch hier, dass auch ein solches Konsenspräsidium keine Garantie für eine harmonische Zusammenarbeit darstellt. Da werden von einen Präsidiumsmitglied organisatorische Dinge wie nicht vorhandene Tagesordungspunkte angemahnt, die allerdings im Vorfeld verschickt wurden. Darüber hinaus wird das Fehlen eines Protokolls kritisiert, obwohl sich das restliche Präsidium in der Vergangenheit ausdrücklich gegen die Protokollierung eines solchen Treffens ausgesprochen haben. Auch dafür wird man seine Gründe haben.

Vielleicht den hier: Ein Protokoll hätte nämlich zur Folge, dass eine persönliche Beleidigung seitens eines Präsidiumsmitglieds gegenüber einem anwesenden Mitglied schriftlich festgehalten worden wäre. Der Wortlaut dieser Beleidigung und die Tatsache, dass diese Person zum wiederholten Male ausfallend gegenüber Mitgliedern geworden ist, macht dieses Präsidiumsmitglied eigentlich untragbar. Auch wenn nach unseren Informationen inzwischen eine Entschuldigung ausgesprochen wurde, muss man sich fragen, ob einem Verantwortlichen des Vereins so etwas rausrutschen darf. Dass die übrigen Präsidiumsmitglieder in dem Fall nicht eingeschritten sind und der Dialog damit quasi beendet war bevor man nur einen Punkt der Tagesordnung zu Ende besprochen hatte, ist auch kein Ruhmesblatt. Oder steckt vielleicht sogar Kalkül dahinter?

Allen Präsidiumsmitgliedern sollte bei Amtsantritt klar gewesen sein, dass ein solches Amt beim VfL in seiner momentanen Situation weniger Glamour und umso mehr harte Arbeit und auch die ein oder andere Diskussion an der Schmerzgrenze bedeutet. Der VfL Osnabrück braucht dringend Personen, die Gräben zuschaufeln und keine, die mit der Arroganz der Macht weitere Gräben aufreißen. Wer den Dialog als Einbahnstrasse versteht und nicht bereit ist sich die Nöte und Sorgen der Mitglieder anzuhören und diese im Sinne des Vereins und seiner Mitglieder zu vertreten, wer seinem Gegenüber das Gefühl gibt, er sei aufgrund eines Titels oder der sportlichen Vergangenheit ein besserer Mensch, ist definitiv fehl am Platz. Wem das nicht bewußt ist, der sollte sein Amt so schnell wie möglich zur Verfügung stellen.

 

 

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  • Ein Präsidium des e.V., das ganz offensichtlich nur noch die Interessen der KGaA vertritt, das versucht Mitgliederbeschlüsse auszusitzen und die Umsetzung auf die lange Bank zu schieben, das zuläßt, das der Aufsichtsrat nach wie vor satzungswidrig besetzt ist, das sich treiben läßt von den Gläubigern und das seine Weisungsbefugnis gegenüber dem GF nicht wahrnimmt (man hat eher das Gefühl der GF hat eine Weisungsbefugnis gegenüber dem Präsidium) und zuläßt, das der Notfanbeauftragte wohl eine Dauereinrichtung werden soll, so ein Präsidium sollte sich langsam fragen, ob es seinen ureigenen Aufgaben, nämlich die Vertretung der Mitgliederinteressen und Stärkung der Mitgliederrechte, noch nachkommen kann oder will. Es gärt an der Basis. Das läßt sich nicht mehr wegdiskutieren. Und es gibt noch Baustellen, die das eher noch verstärken werden.

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