Jul
4
2012

Außerordentliche Mitgliederversammlung – Nachlese Teil 2

Sinn und Zweck der Außerordentlichen Mitgliederversammlung war es, vor Beginn der Saison 2012/2013 einige Baustellen abschließen zu können, damit die hoffentlich positive sportliche Entwicklung nicht unter der Aufarbeitung anderweitiger Probleme zu leiden hat.

Enttäuscht aber keineswegs überrascht müssen wir feststellen, dass die Vereinsführung aus unserer Sicht die Chance nicht genutzt hat, Vertrauen aufzubauen. Wir freuen uns aber über die beschlossene Einführung von Sozialtarifen bei den Mitgliedsbeiträgen und über den Entschluss zur Bildung einer Strukturkommission, deren Umsetzungen wir in Kürze erwarten.

Herrn Dr. Rasch als Dank für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit zwei Dauerkarten auf Lebenszeit zu spendieren, fand die Zustimmung der Versammlung, scheitere aber lt. dem kommissarischen Vereinspräsidenten Herrn Lehker (ausgerechnet!) an Unsicherheiten der steuerlichen Behandlung.

Der Antrag auf Veröffentlichung des Berichts der externen Beratungsfirma ML Solutions wird den Mitgliedern entgegen des erfolgreichen Antrags nicht zur Kenntnis gegeben. Stattdessen gab es ausgewählte Informationshappen und die vielsagende Feststellung, dass der Verein durch „Beziehungsgeflechte“ der Vergangenheit in seiner Entwicklung behindert wird. Welche Beziehungsgeflechte sich dahinter verbergen, wird damit das Geheimnis des Vereinspräsidiums bleiben, das die konkrete Rückfrage allen Ernstes mit der Antwort beschied, dass diese Feststellung sich recht weit hinten im Bericht befinde und man dort schon nicht mehr so aufmerksam gelesen habe.

Die Vereinsführung zahlt also für die Analyse vorhandener Missstände im Verein, zeigt aber offensichtlich kaum inhaltliches Interesse an den Feststellungen – geschweige denn, dass man konkret benennen konnte, ob aufgrund dieses Berichts überhaupt Veränderungen angestoßen werden.

 

Der Antrag auf Veröffentlichung der Steuerfahndungsergebnisse wurde zurückgezogen, da aufgrund der Nennung steuerlicher Details einzelner Personen die Gefahr der Schadensersatzpflicht des Vereins angeführt wurde. Die Unruhe innerhalb der Vereinsführung anlässlich dieses Tagesordnungspunktes war beträchtlich und konnte ebenfalls nicht zur Vertrauensbildung beitragen – im Gegenteil! Die goldene Brücke einer freiwilligen Selbstverpflichtung einer Prüfung der Inhalte durch unabhängige und integre Persönlichkeiten wurde ebenfalls durch den kommissarischen Präsidenten abgeschmettert.

Die inhaltliche Wertung dieser Umstände und Begleiterscheinungen überlassen wir den Mitgliedern. Wir werden diesen Antrag zur JHV wiederholen und so ausgestalten, dass eine Veröffentlichung keinen Schaden des Vereins nach sich ziehen kann. Wir erinnern hierzu an die Aussagen Herrn Lehkers im Rahmen der Pressekonferenz kurz nach der Durchsuchung und an die Aussage Herrn Heskamps vor der aoMV, dass man nichts zu verbergen habe. Es wirkte leider anders.

 

Herr Lehker hat den Mitgliedern des NfdV über die regionalen Medien mehrfach unterstellt, entgegen der Vereinsinteressen zu handeln und sogar persönliche Interessen zu verfolgen. Eine Erläuterung oder gar eine Begründung dieser Einschätzung blieb bisher aus. Wir weisen in diesem Zusammenhang aber gern darauf hin, dass nicht wir es sind, die „Beziehungsgeflechte“ pflegen, die den Verein behindern oder ihm schaden. Das diffuse Argument, das Informations- und Aufklärungsbedürfnis aus den Reihen der Mitglieder schrecke Sponsoren ab, wurde bisher ebenfalls noch nicht belegt. Unsere Wahrnehmung hierzu ist eine gänzlich andere: Wir werden und wurden bereits von zahlreichen vereinsnahen Personen – darunter eine Vielzahl aktiver Sponsoren – mit der Bitte kontaktiert, am Ball zu bleiben und Veränderungen anzustoßen.

Wir fragen uns, ob es im Vereinsinteresse ist,

  • Vereinsmittel für eine Betriebsanalyse zu verwenden, die oberflächlich gelesen in der Schublade verschwindet
  • Mitglieder, Sponsoren und Öffentlichkeit über die Inhalte und Feststellungen des massiven Steuerfahndungseinsatzes im Verein bewusst im Unklaren zu lassen und damit die enorme  Schädigung des einstmals guten Rufs unseres Vereins in Kauf zu nehmen
  • den scheidenden Sportdirektor, dessen Anstellung in der LWM GmbH am Veto der Minderheits(!)-Gesellschafter gescheitert ist, im Verein weiterzubeschäftigen und hierbei bemerkenswerterweise eine vertragliche Gestaltung zu wählen, die nicht der Zustimmung des Wirtschaftsrats bedarf
  • rund sieben Monate nach der Beauftragung durch die Mitgliederversammlung kaum ein grobes Konzept für strukturelle Veränderungen ausgearbeitet zu haben, hierüber aber dennoch im November abschließend abstimmen lassen zu wollen
  • die Chance auf Professionalisierung durch die Einstellung eines Haupt-Geschäftsführers leichtfertig aufs Spiel zu setzen, indem – wie man hört – Kandidaten in die engste Auswahl gezogen werden, die zwar noch nie im Sportmanagement tätig waren, dafür aber einen zumindest indirekten VfL-Background (Beziehungsgeflecht) haben
  • die sportliche Situation in der kommenden Saison zu erschweren, indem man nicht nur die Gelegenheiten auslässt, Problembaustellen durch Offenheit und respektvollem Umgang mit den Vereinsmitgliedern und den Vereinsgremien zu schließen, sondern weitere Reizpunkte setzt.

Das alles erfolgt ausschließlich im Interesse und zum Wohle des Vereins?

 

Bereits die Neue OZ kommentierte in der jüngeren Vergangenheit, dass das Vertrauen der Basis fehle und dieses unbedingt durch Offenheit und ehrliche Kommunikation wiederhergestellt werden müsse: “Bisher hat man allerdings nicht den Eindruck, dass der Verein weiss, um was es geht. Eher prägen Passivität und Führungsschwäche das derzeitige Bild (NOZ v. 28.10.2011 Kommentar “In Gefahr”). Doch das Vertrauen in die Führung ist beschädigt, wie immer wieder Durchklang bei Verweisen auf den Steuerfall oder die letzte Hauptversammlung (NOZ vom 1.6.2012 “VFL muss Info-Offensive verschärfen”).”

Inhaltlich geschehen ist nichts – unser Vertrauen in dieses Präsidiums ist erschöpft und aufgrund des Meinungs- und Abstimmungsbildes beider „Wallenhorster Events“ wagen wir die Prognose, dass Herr Lehker offensichtlich nicht der Präsident ist, der eine Ausgliederung umsetzen kann und dass die Mitgliederversammlung angesichts dieser Personalien und Randbedingungen im November keinen Auftrag zur Ausgliederung und einem „Weiter so!“ unter dem Deckmantel eines Neuanfangs erteilen wird.

5 Kommentare + neuer Kommentar

  • Bleibt weiter am Ball, bis die offenen Fragen geklärt sind. Euer Anliegen ist berechtigt und wird, wenn gut begründet, auch die Unterstützung vieler Mitglieder finden. Bitte vergesst jedoch nicht auch positive Reizpunkte zu setzen.

  • Hallo Björn,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Wir versprechen, am Ball zu bleiben und auch weiterhin positive Reizpunkte zu setzen.

    Zu nennen wären da bisher im Sinne des Vereins und seiner Mitglieder & Fans bspw.:

    - quartalsweise Zahlung der Mitgliedsbeiträge
    - erfolgreicher Antrag auf Sozialtarife (50%), leider noch nicht umgesetzt
    - Konzeption, Planung und Durchführung der Saisoneröffnung
    - in Planung: Fanabteilung im Zuge der einzusetzenden Satzungskommission

  • Vielen Dank für die Rückmeldung. Wird es im Zuge der Fanabteilung auch die Möglichkeit geben, den NFDV e.V. als förderndes Mitglied passiv aus der Ferne zu unterstützen?

  • Hi Björn,

    die Möglichkeit, NfdV zu unterstützen, wirst du in Kürze hier über eine offizielle und kostenlose Mitgliedschaft erhalten.

    Wie sich dies dann für eine angestrebte Fanabteilung regeln lässt, muss zunächst die Satzungskommission erarbeiten. Nach erfolgter Abteilungsgründung obliegt es der Abteilung selbst, die Mitgliedschaftsstrukturen/beiträge festzulegen – und hier kommt deine Anregung zur Schaffung einer passiven Mitgliedschaft ins Spiel, die insbesondere Exilern entgegenkommen dürfte.

  • Danke für die Infos. Ich werde die Entwicklung des NFDV weiterhin mit Interesse verfolgen. Gutes Gelingen für die Saisoneröffnung am Sonntag!

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