Apr
11
2012

Offener Brief – wir machen uns Sorgen!

Die Ereignisse, Berichte und Gerüchte rund um den VfL erfüllen uns mit großer Sorge um unseren VfL und veranlassen uns zu einem offenen Brief an die Vereinsführung.

Wir – allesamt leidenschaftliche Anhänger des VfL – wollen den sportlichen Erfolg.

Wir sind bereit und gewillt, an einem tragfähigen und nachhaltigen Zukunftskonzept des VfL mitzuarbeiten. Ausgangspunkt dafür muss zuallererst die Aufarbeitung der aktuellen organisatorischen und finanziellen Defizite sein. Die katastrophale jetzige Situation ist unserer Meinung nach keinesfalls allein der finanziellen Situation zuzuschreiben – über Zuschauer- und Sponsoringeinnahmen gehört der VfL zu den einnahmestärksten Clubs der dritten Liga.

Wir sehen Probleme auf der Ausgabenseite, bedingt durch teils beängstigend konzeptionsloses und unprofessionelles Verhalten der Vereinsführung. Zum Beispiel:

- Vor der Saison wurde als Ziel ein Aufbaujahr vorgegeben – mit Kontakt zur Spitzengruppe und Fokussierung auf eigene Nachwuchskräfte. Der Trainerwechsel kam für uns wie für viele Fans völlig überraschend, da die angestrebten Ziele bis zur Winterpause eindeutig erreicht wurden. Warum wurde diese sinnvolle Strategie nach nicht einmal sechs Monaten über den Haufen geworfen? Statt aus dem eigenen Nachwuchsbereich Spieler hochzuziehen, wird wieder das Konzept der ausgeliehenen Spieler reaktiviert, Heiko Flottmann verlässt den Verein und es kursieren Gerüchte, die Jugendförderung deutlich einzuschränken. Wann hat die Vereinsführung diesen Strategiewechsel beschlossen? Wie sieht die neue Strategie aus?

- Keinerlei Information der Mitglieder in Sachen Steueraffäre. Wie sehen die Ergebnisse aus? Was waren die Ursachen der Mängel und wurden diese inzwischen durch geeignete Maßnahmen abgestellt? Sind die zu erwartenden Nachzahlungen die wesentliche Ursache für den erwarteten Fehlbetrag von 700 T€ lt. NOZ?

 

Zum Thema Ausgliederung:

- Es gibt positive und negative Beispiele. Bei den positiven – z.B. Braunschweig – gelang der Umschwung, allerdings nur mit einem kompletten personellen Neuanfang in der Führung/sportlichen Leitung und kontinuierlicher Aufbauarbeit über Jahre.

Hierzu bedarf es sinnvoller, ganzheitlicher und zukunftsweisender Konzepte!

Nur eine andere Gesellschaftsstruktur – ohne Professionalisierung der übrigen Ebenen wie Geschäftsführung / Aufsichtsgremien – wird an der aktuellen Misere dauerhaft nichts ändern.

Vielleicht gäbe es kurzfristig eine Atempause wegen der erwarteten Einnahmen. Die letzten außerplanmäßigen Einnahmen (DFB-Pokal 2009/2010!) hatten aber keinerlei positive Auswirkungen auf die heutige katastrophale Finanzlage des Vereins. Warum sollte dies bei den einmaligen Einlagen der neuen Gesellschafter anders sein? Gibt es überhaupt konkrete Zusagen von Investoren? Gibt es ein Gesamtkonzept und eine langfristige Planung auch und gerade im sportlichen Bereich?

Wie soll bei einer Ausgliederung die Überschuldung des Vereins beseitigt werden? Die Schulden sollen offenbar nicht in die Kapitalgesellschaft eingebracht werden („… bei einer Ausgliederung wird die Lizensierung einfacher, da nicht überschuldet..:“ Zitat G. Lehker im NOZ-Interview), bleibt dann der Verein bzw. seine übrigen Abteilungen auf den Schulden sitzen und die Werte befinden sich in der Kapitalgesellschaft?

Ein Ausgliederungsbeschluss bei einer JHV, der maßgeblich aufgrund des Drucks einer prekären wirtschaftlichen Lage – schlimmstenfalls mit der Alternative einer Vereinsinsolvenz – zustande kommt, wird dem VfL nicht helfen sondern weiteres Vertrauen kosten und sicherlich vorhandene Chancen und Potenziale leichtfertig verspielen.

Wir Vereinsmitglieder sind der Meinung, dass wir ein Anrecht auf schnelle Klärung all dieser Sachverhalte haben. Die Vereinsführung muss sich jetzt stellen und den Mitgliedern offen erklären, wie es weitergehen soll.

Falls dies nicht zeitnah geschieht, werden wir die benötigten Unterschriften für eine außerordentliche Mitgliederversammlung einreichen, um die Klärung dieser Fragen zu erreichen.

 

Und wenn bereits lokale Radiosender von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit des VfL berichten, brennt eine Frage allen Fans und Freunden des VfL besonders unter den Nägeln:

Besteht zur Zeit oder in absehbarer Zukunft aufgrund der jüngsten Fehlentscheidungen und -entwicklungen die konkrete Gefahr einer Insolvenz des VfL?

4 Kommentare + neuer Kommentar

  • Über die NOZ ist das leere Konto in der Bank und auf dem Rasen doch ganz leise rangeschlichen, für absolute Insider. Statt daß Kritik mal mit dem Hammer draufhaut laut auf die falschen Freunde, die alles kaputtreiten, obwohl es gar kein Pferdeverein ist. (die falschen freunde, war ´ne gute Punkband aus OS Ende der 80er.)

  • das hatten wir schon mal ,so in etwa

  • Hallo Zusammen,

    meine Stimme gebe ich auf jeden Fall für die außerordentliche Versammlung.

    Zudem habe ich gestern einen Leserbrief an die NOZ gegeben. Dieser ist etwas kabarettistisch geschrieben, und natürlich bin ich mir sicher, dass er nicht gedruckt wird.

    Wir müssen die Vereinsführung jetzt mit allen Mitteln unter Druck setzen und professionelle Änderungen herbeiführen, sonst geht der Verei wirklich unter.

    Denn mit dieser aktuellen Außendarstellung wird es mehr als schwer neue Sponsoren zu suchen. Wer gibt sein Geld schon aus, wenn feststeht, dass damit Schindluder getrieben wird?

    In diesem Sinne…..nur der VfL!

    Andy

  • Es reicht, liebe Vereinsführung. Das Vertrauen ist weg!

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