Mai
14
2013

Von Herzensangelegenheiten und Vereinsliebe

Als das neue Präsidium nach denkwürdig einstimmigen Abstimmungsergebnissen in der Halle Gartlage die Führung des VfL übernahm, fand es einen Scherbenhaufen vor. Ihm wurde ein Verein überlassen ohne jegliche Struktur, heruntergewirtschaftet, durch Vorgriff auf zukünftige Gelder künstlich aufgebläht bis die Blase irgendwann platzen musste. Am Leben gehalten durch Millionenzusagen der Stadt Osnabrück, die im Gegenzug drastische Spar- und Professionalisierungsmaßnahmen einforderte und deren sicherlich nicht immer geräuschlose Umsetzung in der Folge auch penibel überwachte.

Jedem im Saal musste spätestens in diesem Moment klar geworden sein, dass der gemeinhin als „Alte Garde“ bezeichnete Personenkreis auf ganzer Linie gescheitert war und es keine Alternative zur strukturellen und personellen Erneuerung würde geben können.

Jedem?

Ausgerechnet der Sportdirektor und Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz als weisungsgebundener Vereinsangestellter kritisierte in der Öffentlichkeit wiederholt den Sanierungskurs des Präsidiums und nahm im Gegenzug die Personen in Schutz, denen er zuvor noch vorgeworfen hatte, ihn bei seiner erneuten Verpflichtung nicht wahrheitsgemäß über die finanzielle Lage beim Verein informiert zu haben. Grotesk.

Der vorläufige Tiefpunkt wurde dann mit der Rücktrittsankündigung nach der Derby-Niederlage in Bielefeld erreicht. Eine Woche vor dem beileibe nicht unbedeutenden Spiel gegen Aachen war diese Ankündigung ein Schlag ins Gesicht des Vereins. Und damit nicht genug stellt Wollitz öffentlich die Lizenzerteilung für die 3. Liga infrage, verunsichert so Sponsoren und potenzielle Käufer der lebenslangen Dauerkarten und verschlechtert massiv die Verhandlungsposition des Vereins gegenüber Trainerkandidaten und Spielern. Der weitere Imageverlust für den VfL ist in seinem Umfang zurzeit unabsehbar.

Dieses Verhalten ist enttäuschend, indiskutabel und unentschuldbar.

Wir erwarten von der Vereinsführung nach der Saison klare Worte zu den vorgebrachten Vorwürfen über mögliche Indiskretionen sowie belastbare Aussagen zur Zukunft unseres VfL und unterstützen ausdrücklich den eingeschlagenen Weg.

Wir fordern die „Alte Garde“ nachdrücklich auf, das verantwortungslose Spiel mit dem Feuer hinter den Kulissen endlich zu beenden. Zeigen Sie Respekt vor dem Mitgliedervotum gegen ein unverantwortliches „Weiter so!“ und akzeptieren Sie die demokratische Entscheidung zugunsten einer Erneuerung des VfL!

Dieser Verein eignet sich weder als Spielball persönlicher Eitelkeiten noch als Mittel zur Kompensation des persönlichen Scheiterns!

 

 

Liebe Mitglieder, Fans und Freunde des VfL!

Am Samstag, den 18.05.2013 tritt unser VfL gegen Alemannia Aachen an. Die Chance auf 2. Liga-Fußball in Osnabrück mag gering sein, aber hat uns das 1999 gegen Arminia Hannover oder 2007 gegen RW Ahlen davon abgehalten, die Hoffnung hoch zu halten und unseren VfL bedingungslos zu unterstützen?

Es ist unser Verein – während andere über Herzblut reden, fließt es in unseren Adern!

Lasst uns diese leidigen Randerscheinungen ausblenden und unsere Mannschaft am Samstag durch bedingungslose Unterstützung zum Sieg tragen! Vielleicht endet die Saison für uns am 18.05. – vielleicht aber auch nicht!

Mund abputzen, weitermachen!

Nur für diesen Verein!

4 Kommentare + neuer Kommentar

  • Es scheint doch nur Klugscheißer zu geben denen es Spaß macht mit dem ausgesteckten Finger auf andere zu zeigen, weil sie ja natürlich die ach so einfache Lösung logischerweise parat haben und den Überblick sowieso!!!! Leute echt ihr nervt!!!! Wollitz hat mit Sicherheit ein recht auf Meinungsäußerungen und wenn das Fass überläuft auch in solch einer Dimension zu so einem Zeitpunkt. Gerade den Menschen jetzt zu verurteilen der wie die Faust aufs Auge zu diesem Verein passt stinkt zum Himmel. Keiner von euch hat das recht zu urteilen mit eurem Halbwissen! Wenn ich sehe wie die Mannschaft unterstützt wurde die letzten Minuten in Bielefeld könnte ich Kotzen!!! In so einer Situation muss der Block platzen und die Mannschaft nach vorne gepeitscht werden! Sowas gehört sich als Fan und Anhänger, stattdessen nur die häßlichen Finger die auf andere zeigen.

  • guter Artikel, sehr gut geschrieben!

  • Dem ist NICHTS hinzuzufügen. Unterschrieben.

  • CD Wer?

Erstelle einen Kommentar


neun × = 18

Nächste Termine